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Für uns war Wolle immer die klare Wahl. Das hat seine Wurzeln in der norwegischen Kultur – und darin, dass Wolle bis heute unschlagbar gegen Wind und Wetter schützt. Ich meine: Das Zeug ist flammhemmend und wasserabweisend zugleich!
Wenn du in Norwegen einen dicken, selbstgestrickten Pullover hast, ist er sehr wahrscheinlich aus Schafwolle. Die Globalisierung hat uns im Norden zwar mit anderen Wollsorten wie Alpaka bekannt gemacht, und die Wissenschaft hat uns Kunstfasern gebracht – aber wir schwören weiter auf Naturfasern. Und dank unserer Kultur steht das gute alte Schaf in unseren Köpfen ganz oben.
Die norwegischen Hügel sind übersät mit Schafen. In den Bergen wimmelt es von ihnen. Alte Bergstraßen sind verstopft, weil Schafherden auf der Sommerweide unterwegs sind. Mit einem tiefen Gefühl von Naturverbundenheit – und Erinnerungen an meine früheren Reisen – ziehe ich mir eine Wollmütze über den Kopf oder schlüpfe in einen Pullover, den meine Mutter gestrickt hat.
So hieß es jedenfalls, als ich aufgewachsen bin.
Wir können nicht garantieren, dass dir warm bleibt. Lauf bitte nicht nackt mit einem Paar Wollsocken durch die Antarktis und behaupte dann, wir hätten gesagt, du bleibst warm. Aber die Wollfasern selbst haben eine besondere Eigenschaft: Sie halten die Wärme, auch wenn sie nass sind. Das passiert auf mikroskopischer Ebene in jedem einzelnen Haar – deshalb funktioniert es sogar bei stark verarbeiteter Wolle, wie sie in Norwegen oft für dünne lange Wollunterhosen verwendet wird.
Das ist zum Beispiel genial für einen Skitag mit der Familie: Du schwitzt ordentlich, auf den Gipfeln heult der Wind, und du musst gut isoliert bleiben. Die Wolle transportiert den Schweiß von deinem Körper weg und hält das Frösteln fern. Deshalb schwört man in Norwegen beim Wintersport oder bei Wanderungen im späten Herbst in windigen Bergen auf Wollunterwäsche.
Lanolin – das natürliche Fett in der Schafwolle – schützt das Schaf vor Infektionen. Vor Infektionen schützt Wolle dich vielleicht nicht, aber vor schlechtem Geruch. Du musst Wolle nicht oft waschen, weil ihre natürliche antibakterielle Wirkung die Geruchsbakterien sehr lange fernhält. Wollsocken, Pullover und Mützen solltest du nur selten waschen – so bleiben sie länger heil und in Topform.
Wenn bei uns zu Hause das jährliche Lagerfeuer anstand, hieß es immer: Zieht Wolle an. Viele Kunstfasern entzünden sich leicht, und wenn sie brennen, tropft geschmolzenes Plastik, das sich in die Haut brennen kann. Wolle ist von Natur aus flammhemmend – das Feuer zu schüren, nachdem man Papas Garage ausgemistet hat, ist damit deutlich ungefährlicher.
Flammhemmend heißt aber nicht, dass Wolle nicht brennen kann. Also bitte nicht den Kopf ins Feuer stecken.
Was mich an Wolle am meisten reizt: Sie ist natürlich. Je näher an der Natur, desto reiner fühlt es sich für mich an. Aber abgesehen von diesem poetischen Gedanken ist sie auch eine natürliche Ressource, die ihrem Erzeuger nicht schadet.
Schert man ein Schaf, wächst neue Wolle nach. Es teilt einfach, was es hat, und macht dann weiter. Tatsächlich würden Schafe, so wie sie heute gezüchtet sind, ohne Schur in ihrer eigenen Wolle ersticken. Vielleicht erinnerst du dich an Shrek, das Schaf, das 2004 der Schur entkommen war und zum Meme wurde, als man es fand – es sah aus wie ich-weiß-nicht-was, so wild war die Wolle gewachsen.
Außerdem arbeiten wir mit einem Wolllieferanten zusammen, der sicherstellt, dass die Schafe nicht dem Mulesing unterzogen wurden.
Zurück zum poetischen Teil: Wolle ist einfach cool, weil sie direkt aus der Natur kommt und kaum verändert wird. Und sie ist nicht nur cool, sie tut auch unserem Planeten gut.
Wir alle wissen, was nicht abbaubarer Plastikmüll in der Natur angerichtet hat. Natürliches hat uns bei Red Hat Factory schon immer angezogen. Viele synthetische Alternativen basieren auf Plastik – das hat zwar seinen Nutzen, aber wir sollten alle, wann immer es geht, zu Naturmaterialien greifen.
Dazu passt unser Grundsatz: reparieren statt wegwerfen.
Je weniger wir die Natur belasten, desto mehr Raum hat sie zu strahlen – mit grünen, saftigen Wiesen und Wäldern und Wasser, das über felsige Bergbäche plätschert, aus denen zufällig gerade Schafe trinken.
In Wolle aufzuwachsen war schön warm – hatte aber einen Haken: Es kratzte.
Um das zu lösen, sind wir einen Kompromiss eingegangen. Ich würde ja gern norwegische Wolle verwenden, aber es lohnt sich einfach nicht. Das raue norwegische Wetter sorgt für ein gröberes Vlies – und damit liegt die Wolle über der sogenannten „Kratzschwelle“.
Wir arbeiten mit Wolle aus Uruguay, wo das mildere Klima den Schafen ein weicheres Vlies wachsen lässt. Aber hey, es ist trotzdem Schaf.
Wenn du es genau wissen willst: Die Feinheit von Wolle wird in Mikron gemessen. Die meiste norwegische Wolle liegt bei 32–34 Mikron, die Wolle aus Südamerika, die wir verwenden, bei etwa 26,5. Die berüchtigte Kratzschwelle liegt bei 27 Mikron.
Wenn du ein grob und ursprünglich aussehendes Wollstück willst, aber ohne Kratzen, ist 26,5 genau der richtige Wert.
Lerne unsere Geschichte kennen!